Welche Steuern fallen bei einer GbR, OHG & Co an? 


Grundlage der Besteuerung bildet der Unternehmensgewinn.Bei gewerblich tätigen Gesellschaften unterliegt der Gewinn der Gewerbesteuer. Auf der Ebene der Gesellschafter unterliegt der Gewinn der Einkommensteuer.

Ist die Personengesellschaft freiberuflich tätig, entfällt die Gewerbesteuerpflicht. Der Gewinn unterliegt auf Ebene der Gesellschafter jedoch weiterhin der Einkommensteuer.

Standardfall: Gewerblich tätige Personengesellschaft

Steuer

Personengesellschaft

Gewerbesteuer

Die Gesellschaft ist gewerbesteuerpflichtig.

Freibetrag: 24.500 €

Einkommensteuer

Jeder Mitunternehmer ist einkommensteuerpflichtig, für die Anteile seiner Gewerbeeinkünfte

Umsatzsteuer

Die Personengesellschaft ist umsatzsteuerpflichtig


Gewerbesteuer

Grundlage des Gewerbeertrags ist der ermittelte Gewinn. Dieser wird durch verschiedene Hinzurechnungen und Kürzungen korrigiert. Beispielsweise sind Zinsen die als Betriebsausgaben abgezogen wurden dem Gewinn wieder hinzuzurechnen.

Schema zur Berechnung der Gewerbesteuer- Personengesellschaft


Gewinn aus Gewerbebetrieb

+ Hinzurechnungen

= Summe

./. Kürzungen

= vorläufiger Gewerbeertrag

./. Gewerbeverlust

= maßgebender Gewerbeertrag

./. Freibetrag

./. 24.500 €

= gekürzter Gewerbeertrag

x Steuermesszahl

x 3,5 %

= Steuermessbetrag

x Gewerbesteuer-Hebelsatz der Gemeinde

= Gewerbesteuer

Beispielrechnung ABC GbR


Gewinn aus Gewerbebetrieb

40.000€

+ Hinzurechnungen

keine

= Summe

40.000 €

./. Kürzungen

keine

= vorläufiger Gewerbeertrag

40.000 €

./. Gewerbeverlust

-

= maßgebender Gewerbeertrag

40.000 €

./. Freibetrag

./. 24.500 €

= gekürzter Gewerbeertrag

15.500 €

x Steuermesszahl

x 3,5 % 

= Steuermessbetrag

542,5 €

x Gewerbesteuer-Hebelsatz 

Hannover Beispielstadt mit 480 %

= Gewerbesteuer

2.604 €

Einkommensteuer

Der auf den einzelnen Gesellschafter entfallende Anteil am Gesamtgewinn der Personengesellschaft (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG) sind als Einkünfte aus Gewerbebetrieb des Gesellschafters im Feststellungszeitpunkt zu erfassen und zu versteuern. Zur Anwendung kommt dabei der jeweils individuelle Einkommensteuertarif mit Steuersätzen zwischen 14 und 45 % zur Anwendung (§ 32a Abs. 1 EStG).


Thesaurierungsbegünstigung für nicht entnommene Gewinne


Jeder Gesellschafter einer Personengesellschaft kann für seinen Gewinnanteil die begünstigte Besteuerung nach § 34a EStG wählen ,sofern er den Gewinnanteil nicht entnimmt (§ 34a Abs. 1  EStG). Dann unterliegt der Gewinnanteil anstatt des persönlichen Steuersatzes dem begünstigten Steuersatz in Höhe von 28,25 %. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der Einkommensteuer und ggf. Kirchensteuer.

Bei der späteren Entnahme der einbehaltenen Gewinne müssen diese mit 25 % zzgl Solidaritätszuschlag nachversteuert werden.


Voraussetzung ist, dass der Gewinn per Betriebsvermögensvergleich ermittelt wird. Bei Errechnung des Gewinns per EÜR kann die Thesaurierungsbegünstigung nicht gewählt werden.Außerdem muss der Anteil am ermittelten Gewinn mehr als 10 % oder mindestens 10.000 € betragen.


Anrechnung der Gewerbesteuer

Bei Personengesellschaften erfolgt eine pauschalierte Anrechnung der Gewerbesteuer auf die persönliche Einkommensteuer. Die Anrechnung erfolgt in Höhe des 3,8-fachen des Gewerbesteuermessbetrages. Die Gewerbesteuer ist keine Betriebsausgabe.

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